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Dracula

DRACULA (MEDIABOOK)
FSK-Freigabe DRACULA (MEDIABOOK)

(Originaltitel: Dracula)



Anolis Entertainment
DVD/Blu-ray - Folge 19, Horror
Großbritannien 1958
FSK: ab 12, ca. 82 min.
EUR 25.99, Status: Jetzt bestellen

Jonathan Harker reist nach Waterfield (Klausenburg), um dort im Schloss des Grafen Dracula dessen Bibliothek neu zu katalogisieren. Als er dort ankommt, findet er das Schloss verlassen vor. Allerdings ist die Tafel reich gedeckt und in einer schriftlichen Notiz heißt ihn der Hausherr aufs Herzlichste Willkommen. Kurz darauf macht Jonathan die Bekanntschaft mit einer attraktiven Frau, die ihn anfleht ihr zu helfen. Bevor sie näher ins Detail gehen kann, ergreift sie die Flucht und Harker lernt Dracula persönlich kennen. Der zeigt sich als höflicher und zuvorkommender Gentleman, der jedoch tagsüber außer Haus zu sein pflegt.
Lange dauert es jedoch nicht, bis sich Harker das wahre Gesicht Draculas offenbart. Doch auch der Bibliothekar ist nicht der, der er zu sein scheint, denn er ist gekommen, um den Vampir zu vernichten.
Ausgerechnet dessen Braut wird ihm zum Verhängnis und er schafft es gerade noch sein Tagebuch in einem Altar am Wegesrand zu hinterlegen, bevor er sich in die Gruft vorwagt, in der Dracula, der König der Vampire, mit seiner Braut zu ruht.
Dieses Tagebuch wird Professor Van Helsing von der Bediensteten eines nahegelegenen Wirtshauses zugespielt. Jonathan Harker war nämlich nicht nur mit Van Helsing befreundet, er handelte auch in seinem Auftrag. Und so macht sich der Professor nun allein auf den Weg, um dem Freund beizustehen. Noch bevor er das Schloss betreten kann, rast eine Leichenkutsche mit einem Sarg an ihm vorüber. Van Helsing weiß nicht, dass ihm Dracula gerade durch die Lappen gegangen ist. In dem verlassenen Schloss findet der Professor lediglich das Gepäck des Bibliothekars. Ihn selbst stöbert er in der Gruft auf, wo Jonathan den Platz Draculas eingenommen hat. In einem zweite Sarkophag entdeckt Van Helsing die gepfählte Leiche von Draculas Braut. Ihr konnte sein Freund den ewigen Frieden schenken, den der Professor auch seinem Freund geben muss. Danach obliegt es ihm, die traurige Kunde von Jonathans Tod seiner Braut Lucy Holmwood und deren Bruder Arthur zukommen zu lassen.
Der weist Van Helsing schroff zurück, denn seine Schwester ist erkrankt und wird die Nachricht vom Tod ihres Bräutigams nicht gut verkraften. Als Van Helsing die junge Frau untersucht ist er alarmiert. Sofort erkennt er das Zeichen des Vampirs. Dracula ist also in der Nähe und er will sich für den Tod seiner Braut grausam rächen. Professor Van Helsing nimmt den Kampf mit dem Untoten um das Leben von Lucy Holmwood auf ...

Meinung:

Obwohl die Figur Draculas als Vampir in dem Roman von Bram Stoker das Licht der Welt erblickte, machte ihn wohl kein anderes Medium so berühmt wie der Film. Das begann schon recht früh und die Wurzeln der cineastischen Karriere des untoten Grafen reichen zurück bis in die Stummfilmzeit.
Friedrich Wilhelm Murnaus „Nosferatu“ zählt noch heute zu den Klassikern des Genres, auch wenn es angeblich rechtliche Diskrepanzen gab, die wohl der finanziellen Not von Stokers Witwe geschuldet waren.
International bekannt wurde der sinistre Graf mit der eigenwilligen Ernährung aber erst durch Universals Adaption des Bühnenstückes von Stokers Roman mit Bela Lugosi in der Hauptrolle, die sich schon sehr viel dichter an das literarische Original hielt, wenngleich Dracula hier die komplette Spielzeit über perfekt gestylt mit Frack und Umhang in Erscheinung tritt und ihm trotz seiner Wandlungsfähigkeit das Animalische komplett abgeht.
Tatsächlich ist Lugosis Performance in jeder Sekunde die Theatralik des Bühnendarstellers anzusehen.
Das wirkt aus heutiger Sicht unfreiwillig komisch und alles andere als furchterregend. Das Schloss mit seinen dichten Spinnweben und dem unheimlichen Getier, das sich in dem schmutzigen Gemäuer tummelt, ist der Traum eines jeden Halloween-Fans und steht im krassen Kontrast zu dem eleganten Gentleman, der sich dem verblüfften Renfield als Dracula vorstellt.
Nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs, durch die die Menschen andere Sorgen hatten, als sich von plakativen Schauergestalten das Fürchten lehren zu lassen, schickte sich die britische Firma HAMMER an, das Genre neu zu erobern.
Vorlage sollten wieder die klassischen Topoi des Grauens sein, mit denen schon Universal gute und vor allen Dingen lukrative Erfahrungen gemacht hatte. Glücklicherweise war Universal Mitte der fünfziger Jahre alles andere als solvent, sodass sie schließlich die Filmrechte für Dracula an HAMMER abtraten, im Gegenzug für die internationalen Verleihrechte.
Und so kam 1958 Dracula mit Peter Cushing und Christopher Lee in die Kinos. Der Film sah schon auf Anhieb anders aus, als alles, was es bisher in Sachen Vampire auf der großen Leinwand zu sehen gab.
Das fing mit der Farbe an, die hier überaus gekonnt in Szene gesetzt wurde, schließlich ist zu Beginn lediglich der steinerne Drache auf dem Schlosstor zu sehen. Die gesamte Szenerie ist allgemein sehr düster gehalten und die dunklen Grautöne kontrastierten extrem mit der grellroten Schrift des Vorspanns und des Titels, der in verschnörkelten Lettern vor dem Drachen erscheint, der übrigens zum Wappen der Draculas gehört. Schließlich wird der Name mit „Sohn des Drachens“ übersetzt. Dank der Verleumdung des historischen Draculas als blutrünstiger Pfähler und der christlichen Dämonisierung des Drachens wird der Name häufig auch als „Sohn des Teufels“ übersetzt.
Passend dazu wurde die Musik von James Bernard mit seinen berühmten drei Akkorden eingespielt, die sich zu einem der bekanntesten Themen der (Horror-)Filmgeschichte mauserte. Allerdings bezweifele ich, dass sie heutzutage noch genauso populär ist wie die von „Psycho“ oder „Jaws“. Ich denke, das Intro von John Carpenters „Halloween“ dürfte da eingängiger sein, zumal dieses auch für die Neuverfilmung Verwendung fand, wohingegen James Bernards Thema lediglich für die Dracula-Filme mit Christopher Lee Verwendung fand, die zum offiziellen Kanon der HAMMER-Filme zählten.
Die Musik bleibt übrigens den gesamten Film über präsent und begleitet die Handlung auf eine sehr effektive, zugleich aber unaufdringliche Weise. Sie fügt sich sogar so harmonisch ein, dass sie fast noch wichtiger erscheint, als die Dialoge der Darsteller.
Bemerkenswert ist auch wie effektiv HAMMER die Möglichkeiten des Farbfilms für ihre Produkte nutzten. Der Vergleich mit der Einführung der 3D-Technik vor einigen Jahren ist wohl angebracht. Einige Filme verwenden sie äußerst effektiv, andere weniger.
Die Macher erkannten die Wirksamkeit von Kontrasten und so wurde nicht jedes Set mit grellen Farben überfrachtet. Stattdessen setzte man auf Schockeffekte und nutzte die Signalwirkung des beliebten Kunstblutes, für das HAMMER noch berühmt werden sollte.
Bereits in der Eingangssequenz, wenn Draculas Sarkophag gezeigt wird und das Blut auf ihn hinuntertropft, ist sensationell und hat bis heute nichts von seiner Wirksamkeit verloren.
Damals aber, 1958, hat es nichts Vergleichbares gegeben. Bis dahin waren die Bisse der Vampire lediglich angedeutet worden. Blutverschmierte Zähne und Fratzen existierten lediglich in der Vorstellungskraft der Zuschauer. Ja, selbst die verlängerten Eckzähne wurden bis dahin nie richtig gezeigt. Lediglich Nosferatu mit seinen spitzen Schneidezähnen, die ihm sein rattenartiges Äußeres verleihen, zeigte auch äußerlich das Animalische, was Dracula anhaftet.
Bela Lugosis Dracula indes bleibt von Anfang bis Ende der formvollendete Lebemann, der sich zwar in Wolf und Fledermaus verwandeln kann, dessen Transformation aber nie gezeigt wird. Weder in Überblendungen noch in rudimentären Zügen.
Und dann kam Christopher Lee, der vor wenigen Minuten erst seinen neuen Bibliothekar auf eine so freundliche Weise begrüßte, dass sich der Zuschauer augenblicklich in Sicherheit wiegt. Trotz seiner imposanten Erscheinung und der schwarzen Kleidung, die sich bis dato am dichtesten an Stokers Figur orientiert. Obschon der Schnauzbart und die behaarten Handinnenflächen fehlen.
Als sich Draculas Braut aber an Jonathan heranmacht, bekommen Protagonist und Zuschauer plötzlich einen ganz anderen Draculas zu Gesicht.
Ein Zitat aus Bram Stokers Roman in der Übersetzung von Bernhard Willms trifft es wohl am besten. Dort schreibt Jonathan Harker in sein Journal:

„Nie hätte ich mir solche Wut und Raserei vorstellen können, nicht einmal bei den Dämonen der Hölle! Seine Augen sprühten wirklich Feuer! Das rote Licht in ihnen war lebendig, als loderten die Flammen der Hölle hinter ihnen.“

Und da stand Christopher Lee mit gefletschten Zähnen, roten Augen und das Blut troff ihm über Lippen und Zähne. Im Gegensatz zum Roman bleibt er stumm, doch die Kraft und Zügellosigkeit in seinem Spiel sind derart plastisch, dass es noch heute nichts von seinem Schrecken eingebüßt hat. Obwohl ihm Van Helsing, eindrucksvoll gespielt von Peter Cushing, die Metamorphose in Wolf und Fledermaus abspricht, gibt es keinen Film, in dem Dracula wölfischer aussieht, als hier.
Es ist dieser Gegensatz zwischen Gentleman und Monster, den kein Darsteller besser rüberbringen konnte, als Christopher Lee.
Max Schreck war das animalische Ungeheuer mit den Rattenzähnen, Bela Lugosi der theatralische Geck im Frack und selbst wenn man sich spätere Schauspieler anguckt, wie den Gigolo Frank Langella oder den Verführer Gary Oldman, so bleibt einzig und allein Christopher Lee, der all diese Facetten in sich vereint.
Eine filmische Umsetzung unterscheidet sich immer von dem Buch und im Fall von HAMMER hatte es nicht allein dramaturgische Gründe, sondern auch rein monetäre. Für einen Film von nicht einmal anderthalb Stunden Länge, muss der Cast überschaubar gehalten werden. Von der Schar Vampir-Jäger, die sich übrigens alle, bis auf Jonathan Harker natürlich, aus Verehrern von Minas Freundin Lucy rekrutierten, blieb schließlich nur noch Arthur Holmwood übrig.
Drehbuchautor Jimmy Sangster hat sich im Übrigen nicht gescheut, die Charaktere wild durcheinander zu würfeln, so dass eigentlich nur noch Dracula, Van Helsing und die beiden Frauen ihre ursprünglichen Rollen beibehalten haben. Nur dass dieses Mal Lucy Jonathans Braut ist und Mina (beziehungsweise Mia in der deutschen Synchro) mit Arthur Holmwood verheiratet ist.
Quincey Morris fiel komplett dem Rotstift zum Opfer. Generell ist er derjenige, der fast immer herausgestrichen wird und das Schicksal des in Vergessenheit geratenen Helden erleiden muss. So ganz nach dem Motto: Drei sind einer zu viel.
Doktor Jack Seward ist dieses Mal auch nicht der Leiter einer Irrenanstalt, neben der Abtei Carfax, die Dracula im Roman erwirbt, sondern ein unscheinbarer Landarzt. Im Roman ist er es, der seinen Mentor Van Helsing überhaupt erst über Dracula in Kenntnis setzt.
Im Film ist Van Helsing von Anfang an über die Machenschaften des Vampir-Grafen informiert und schickt Jonathan Harker als Bibliothekar auf dessen Schloss, um ihn zu vernichten. Warum er ihn nicht sofort begleitet, bleibt unklar. Solche Zusammenführungen der Eigenschaften und Funktionen einzelner Charaktere aus dem Roman hat Jimmy Sangster in mehreren Fällen durchgeführt. So ist es ihm gelungen sämtliche Schlüsselszenen des Romans in den Film hinüber zu retten.
Lediglich der Part des Irren Renfield und die Überfahrt mit dem Schoner Demeter von Varna nach Whitby fehlt völlig. Ersterer bekam immerhin noch einen Platz in der Fortsetzung „Blut für Dracula“, in der – meiner bescheidenen Meinung nach – auch geklärt wird, wer eigentlich die Leichenkutsche fährt, die an Van Helsing vorbeidonnert, als dieser das Schloss Draculas betritt.
Auffallend sind auch die vielen Ungenauigkeiten des Films, die der Atmosphäre aber keinen Abbruch tun. So wird immer wieder gerätselt, wo die Handlung topographisch eigentlich angesiedelt ist. Wobei angemerkt werden muss, dass die Verwirrung zum einen durch die sehr frei interpretierte deutsche Synchronisation erst verursacht wurde. Zum anderen rührt die Irritation wohl daher, dass mittlerweile die meisten Zuschauer den Roman oder einige der anderen Verfilmungen kennen, die sich schauplatztechnisch größtenteils am literarischen Original orientieren.
Damals aber, Mitte der fünfziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts, ging man wohl davon aus, dass den Leute im besten Falle die Verfilmung von Universal, vielleicht noch „Nosferatu“ bekannt ist. Heute haben wir jedoch automatisch Transsylvanien und London als Hauptschauplätze im Hinterkopf und es ist schon verwirrend, wenn in der deutschen Fassung von „Waterfield“ und „Kingston“ die Rede ist. Schaltet man dagegen in das englische Original um, wird schnell klar, dass die Protagonisten von Klausenburg reden, der deutschen Bezeichnung von Cluj-Napoca, der zweitgrößten Stadt Rumäniens und der Hauptstadt des Kreises Cluj in Siebenbürgen, dem damaligen Transsylvanien.
Die Zollstation befindet sich auch nicht bei Kingston, sondern bei Ingolstadt, also in Bayern, wohingegen die eigentliche Handlung in Karlstadt im Spessart angesiedelt ist, woraus in der deutschen Synchronisation mal eben Charlesberg wurde.
Dass die Geschichte im deutschsprachigen Raum spielt, ist anhand zahlreicher Schilder wie dem an der Zollstation oder dem Preisschild für Rotwein im Gasthof von Klausenburg erkennbar. Nicht zuletzt heißt die Dienstmagd der Holmwoods Gerda und nicht Ann, wie man dem deutschen Zuschauer in der Synchronisation weismachen wollte.
Unklar bleibt auch, welche Rolle die kleine Tania spielt. Ist sie die Tochter der Holmwoods? Dafür spricht, dass sie Lucy als ihre Tante bezeichnet. Andererseits wird sie von ihren Eltern, besonders von Arthur, sehr kühl behandelt, aber das mag auch an der zurückhaltenden viktorianischen Art der Aristokraten liegen, denn dass es sich bei den Holmwoods um Engländer handelt, ist wohl in beiden Sprachfassungen unbestritten.
Dafür spielt die kleine Janina Faye ihren Part ausgezeichnet und steht ihren Erwachsenen Kollegen in Nichts nach.
Ohnehin ist der großartige Cast mehr als bemerkenswert, denn nicht nur Christopher Lee und Peter Cushing nehmen ihre Rollen sehr ernst und spielen unfassbar leidenschaftlich, auch die restlichen Darsteller sind absolut authentisch.
Angefangen bei John Van Eyssen als Jonathan Harker, dessen Verzweiflung angesichts des Vampirbisses, den er am nächsten Tag im Spiegel entdeckt, deutlich anzusehen ist, bis hin zu Michael Gough als distinguierter Langweiler, Melissa Stribling als seine Frau Mina und Carol Marsh als Lucy.
Letztere wird aus Rache, dass Jonathan seine Braut pfählte, von Dracula zur Vampirin gemacht. Allein diese Szene ist einfach sensationell, zumal man ihr geradezu ansieht, wie sehr sie sich auf den Besuch Draculas freut. So als würde er nicht kommen, um ihr Blut zu trinken, sondern um ihr den besten Sex ihres Lebens zu geben. Den hat schließlich auch Mina und angeblich hat der Regisseur Terence Fisher Melissa Stribling zugeraunt, genauso auszusehen, was ihr im Übrigen fabelhaft gelungen ist.
Umso bezeichnender, dass sie bei der Berührung mit einem geweihten Kreuz die Besinnung verliert. Da fragt man sich unweigerlich, was der Rezensent des katholischen Film-Dienstes eigentlich für ein Problem hatte, als er diesen „Dracula“ mit den Worten „...so widerlich abwegig inszeniert, dass man Verwahrung einlegen muss“ abstrafte.
Dabei ist die Botschaft eindeutig: wer Ehebruch begeht ist auf dem besten Weg in die Hölle. Oder sollte einfach die Finger von geweihten Kreuzen lassen, immerhin winkt die Unsterblichkeit. Wie auch immer. HAMMERS „Dracula“ ist ein Meilenstein des Genres, der auch heute noch nichts von seiner Faszination eingebüßt hat. Das merkt man auch dem grandiosen Finale an, das zwar sehr schnell daherkommt, doch dank der restaurierten Fassung länger ausfällt, als es normalerweise der Fall gewesen wäre. Denn HAMMER ist es tatsächlich gelungen eine alte japanische Fassung ausfindig zu machen und das zusätzliche Material zu 90 % in diese Bluray zu integrieren. Gut zu erkennen, an dem körnigeren Bild.
So ist die Verführungsszene mit Dracula und Mina deutlich länger, ebenso wie Draculas Vernichtung, die in Anlehnung an „Nosferatu“ nicht durch eine Pfählung stattfindet, sondern durch das Sonnenlicht. Drei weitere Sekunden (die übrigen 10 %) wurden schließlich von Anolis eingefügt. Die kämpferische Inszenierung, in der Van Helsing die Vorhänge heruntereißt und aus den Kandelabern ein Kreuz formt, war übrigens eine Idee von Peter Cushing. Nicht, dass es der katholische Film-Dienst ihm dankte, siehe oben.

Ausstattung:

Dass „Dracula“ eine der wichtigsten Veröffentlichungen von Anolis Entertainment ist, merkt man auch dem umfangreichen Bonusmaterial an. Das 36-seitige (!) Booklet, das mit zahlreichen Bildern und Fotos gespickt wurde, schrieben die HAMMER-Experten Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad, die gemeinsam mit Volker Kronz auch den hervorragenden Audiokommentar einsprachen, dem einige der in der Rezension genannten Informationen entnommen worden sind. Danke dafür. Ein weiterer Audiokommentar in englischer Sprache, zu dem deutsche Untertitel verfügbar sind, wurde von Marcus Hearn und Jonathan Rigby eingesprochen. Darüber hinaus sind ein umfangreiches Making of enthalten, eine Dokumentation über „The Demon Lover“, sowie Beiträge zur Zensur und Restauration. Von den üblichen Trailern, Filmprogrammen, Bildergalerien etc. ganz zu schweigen. Ein besonderes Gimmick ist darüber hinaus, die Lesung des ersten Kapitels von „Dracula“ durch Janina Faye, der Darstellerin der kleinen Tania.

Eine derart liebevoll und sorgfältig ausgestattete Bluray-Veröffentlichung sieht man sich nicht an und stellt sie ins Regal. An einem solchen Sammlerstück hat man lange Freude, vor allem wenn es sich ohnehin um einen Film handelt, den man sich immer wieder anschauen kann.

Fazit:

Eine der besten und wichtigsten „Dracula“-Verfilmungen überhaupt. Die Darstellung des titelgebenden Vampirs durch Christopher Lee hat unsere Vorstellung bis heute geprägt. Dank Anolis Entertainment ist dieser Klassiker in fulminanter Ausstattung, neu restauriert und mit zusätzlichem Filmmaterial aus einer verschollen geglaubten japanischen Fassung erhältlich. Ein Muss, nicht nur für jeden Dracula- und Horrorfilm-Fan, sondern für Cineasten im Allgemeinen. Einfach HAMMER!

11. Jan. 2018 - Florian Hilleberg

Der Rezensent

Florian Hilleberg
Deutschland

* 03. März 1980
Website: http://www.florian-hilleberg.net/
Total: 2558 Rezensionen
Januar 2018: 2 Rezensionen

Im Jahre 1980 erblickte ich in Uelzen, einem kleinen malerischen Städtchen inmitten der Lüneburger Heide, das Licht der Welt.
Aufgewachsen bin ich in einem kleinen Dorf unweit meiner Geburtsstadt. Sehr früh schon interessierten und faszinierten mich die dunklen Mythen, die Dämonen und Untoten – und bald hie...

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