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Alisha Bionda im Interview mit STERNENSONDE zur Schattenchronik

Interview mit Alisha Bionda, geführt von Dieter Krämer am 28. Mar. 2007.


Alisha Bionda Alisha Bionda
"Was wir mit der Serie erzielen wollen, ist Unterhaltung, aber auf einem guten Level!"

Alisha Bionda im Interview zur Schattenchronik

„Wie würdest du jemandem der die Schattenchronik“ noch nicht kennt diese Serie beschreiben?“

Alisha Bionda: Es ist eine Serie rund um die Vampirin Dilara Demimondes und ihrem Gefährten Calvin Percy Vale, die sich dadurch auszeichnet, daß sie möglichst wenig klischeebehaftete Lesekost anbietet. Die Serie ist eine Kombination aus klassischem Vampirthema und einer neuen phantastischen Variante mit historischen Schauplätzen und Rückblicken. Ab Band 4 ist jeder Roman eine Kombination aus Gegenwarts- und Vergangenheitsplot.

Wie entstand die Serie?

Alisha Bionda: Die Idee zu einer „etwas anderen“ Dark Fantasy-Serie rund um eine Vampirin, in der es aber nicht um vordergründigen Grusel oder um Mainstream-Vampire gehen sollte, hatte ich schon während meines Studiums. Aber man kennt das: man widmet sich dann den aktuellen Auftragsarbeiten oder findet keinen Verlag und es wird erst einmal nichts aus der Verwirklichung.
In meinem Fall war es von jedem etwas.
Mir war auch von Anfang an wichtig, daß es möglichst wenige Klischees in dieser Serie geben soll, sondern mehr auf Charaktere, historische Schauplätze und eine eher subtil feine Dark Fantasy geht.

Ist Wolfgang Hohlbein nur der Namens- bzw. Herausgeber oder beteiligt er sich aktiv an der Serie?

Alisha Bionda: Wolfgang Hohlbein prüft jeden Roman dieser Serie als Herausgeber. Natürlich wäre es ein großer persönlicher Wunsch von mir, einmal einen Band mit ihm zusammen zu bestreiten.

Wurde der Name Hohlbein gewählt um die Schattenchronik einem breiteren Publikum schmackhaft zu machen?

Alisha Bionda: Nein. Ich bin seit über zwanzig Jahren mit Wolfgang Hohlbein und seiner Frau Heike befreundet und wenn sich dann auch berufliche Gemeinsamkeiten abzeichnen, liegt es beinahe auf der Hand, auch einmal ein gemeinsames Projekt zu bestreiten. Ich saß eines Abends, als ich für einige Zeit bei Hohlbeins zu Besuch weilte, mit Wolfgang in dessen Garten und sprach die Serienidee an, und er zeigte sich interessiert von meiner Idee und daran diese Serie als Herausgeber zu unterstützen. So wurde Dilara und ihre Dunkelwelt, die ja zu einer richtigen Schattengesellschaft anwachsen soll, geboren.

Ist diese Serie etwas Besonderes für dich, bzw. was verbindest du persönlich mit der Schattenchronik?

Alisha Bionda: Da es meine erste Serie ist, ist sie natürlich schon aus dem Grund etwas Besonderes für mich, und sie hat dank Wolfgang Hohlbein von Anfang an ein größeres Interesse erfahren, als wenn sie ohne seine Herausgabe erscheinen würde. Das möchte ich hier einmal zum Anlaß nehmen, mich bei ihm zu bedanken: Danke, Wolfgang!
Aber die Serie ist auch so sehr „persönlich“ für mich. Ich habe sie mit einem Autor gestartet, den ich für ein großes Talent auf dem Dark Fantasy-Sektor halte: Marc-Alastor E.-E.
Nach einer etwas turbulenten Startphase, kam dann Jörg Kleudgen dazu, der von Anfang an, mein dritter Wunschkandidat war, weil er einen niveauvollen, aber leicht, lyrisch angehauchten Stil hat, der die Serie vervollkommnet und meinen modernen, eher minimalistischeren Stil, perfekt ergänzt. Von allen Kollegen, mit denen ich bis jetzt zusammengearbeitet habe, harmoniere ich mit ihm am besten... sei es vom Text her, was das wichtigste ist, aber auch – was für mich die Zusammenarbeit so harmonisch gestaltet –, auch menschlich. Wir hatten von Anfang an eine natürlich gewachsene Affinität füreinander – wenn einer von uns eine Idee hatte, war sie oft schon im Kopf das anderen. So etwas in dieser Form habe ich bisher noch nie erlebt, trotzdem ich auch andere sehr gute Zusammenarbeiten hatte, aber die waren mehr „gut organisiert“. Was ein großer Unterschied ist. Man merkt es den Rezensionen und Lesermeinungen auch an, daß diese Harmonie auch aus den Texten spricht und auf den Leser übergeht. Du selbst hattest sie ja auch angesprochen.
Was wir mit der Serie erzielen wollen, ist Unterhaltung, aber auf einem guten Level. Der Grat ist schmal, das wissen wir, aber wir sind bemüht ihn zu beschreiten.
Als zweiter Co-Autor gab dann in Band 6 "Calvin" S.H.A. Parzzival sein Debüt.

Wie kann man sich die Entstehung eines Romans mit einem Co-Autor vorstellen? Schreibt jeder einen Teil oder eine Handlungsebene? Oder wird der gesamte Roman zusammen verfasst?

Alisha Bionda: Die meisten Romane habe ich bisher mit Jörg Kleudgen bestritten, und da geht das meist natürlich ineinander über. Wir sprechen uns ab und binden den anderen darin ein, was wir geschrieben haben, auch weil wir das Feedback des anderen erhalten wollen, um die Handlung möglichst optimal entwickeln zu können. Dennoch hat jeder Autor seinen Handlungsstrang, den er eigenständig schreibt. Sind beide „Hälften“ fertig, mische ich die Szenen und überarbeite dann noch einmal den kompletten Text, bevor er dann in das übliche Lektorat geht, spreche dabei noch das ein oder andere mit dem Co-Autor ab, was mir unstimmig erscheint und wir passen es an.
Das so im Groben – zu einem Roman gehört natürlich viel mehr. Besonders auch in der Vorarbeit, mit der wir uns, während der Recherchen viel Mühe geben.

Gibt es ein festes Exposé und wie viel Handlungsfreiraum haben die Autoren?

Alisha Bionda: Jörg Kleudgen und ich erstellen die Exposes, aber bei den Romanen, die wir bestreiten nur grob, da da etliches während des Schreibens und unserer Gespräche entsteht.
Aber es gibt immer ein Richtung wohin wir wollen – auch was den dritten Zyklus angeht, der sicher besonders Wolfgang Hohlbein gefallen wird, da er zum Teil in Ägypten handeln wird. Natürlich kommt auch Europa nicht zu kurz. Ich denke, das zeichnet die Serie schon jetzt aus: der Leser kann – wie er möchte – in eine heile Welt fliehen, auch wenn sie düster phantastisch ist – aber er erhält auch Einblick in fremde Kulturen und nimmt am heutigen Zeitgeschehen teil. Die Mischung macht es da... besonders die letzten Rezensionen, lassen erkennen, daß das der Hauptgrund für die Akzeptanz der Serie ist.

Werden solche außergewöhnlichen Talente wie Marc-Alastor E.E. wieder einen Beitrag zur Serie abliefern?

Alisha Bionda: Die Planung bis Band 16 mit dem BLITZ-Verlag, ist auf der Verlagsseite zu sehen:http://www.BLITZ-Verlag.de

Alles weitere bleibt abzuwarten.

Wird es in Zukunft ein festes Autorenteam geben, oder kommen immer wieder „Gastautoren“ dazu?

Alisha Bionda: Wie schon oben erwähnt, wäre es mein persönlicher Wunsch einen Band zusammen mit Wolfgang zu bestreiten, aber da er ja zeitlich immer sehr knapp ist...
Darüber hinaus – wenn ich mal andere Serien betrachte – die mit zu vielen Autoren experimentiert haben und schnell wieder zu überschaubaren Teams zurückkehren, bin ich da eher zurückhaltend. Die Resonanz auf die bisherigen Autoren sind erfreulich gut... sicher zeichnen sich da Tendenzen ab, die man im Auge behält... so sind z.B. die Mixed-Bände bei fast allen Lesern gefragter, als Einzelbände, ebenso daß ich als Hauptautorin eine feste Größe bin. Das ist in einer Serie wichtig, daß der Leser das Gefühl hat: ich weiß, was ich bekomme, ich gehe kein Risiko ein, aber es sind dennoch genug Überraschung dabei. Was die Co-Autoren angeht, ist das für mich auch z.B. vom Thema abhängig, vom Zyklus, wessen Stil da besser paßt.
Aber um auf die Frage zurückzukommen, bei nur vier Bänden im Jahr, halte ich eine überschaubare Autorenzahl für klüger – im Sinne der Serienentwicklung, mit zu viele Autoren liefe man Gefahr, daß sich die Entwicklung zerfasert. Das ist weder in meinem Sinne, noch im Sinne des Herausgebers.

Wie weit in die Zukunft ist die Serie geplant?

Alisha Bionda: Wie oben schon angesprochen, sind bisher die auf der BLITZ-Verlagsseite ersichtlichen Bände beim BLITZ-Verlag geplant – sprich wir haben den Ägyptenzyklus schon weiter grob in unseren Köpfen... ähnlich dem China-Zyklus jetzt.
Was meine Ideen angeht, könnte es von mir aus die nächsten 400 Jahre weitergehen – um einmal in Dilaras Sinn zu reden – es hängt auch von den Lesern ab, wie die Zukunft einer Serie ist.

Wie entsteht ein neuer Charakter in der Serie?

Alisha Bionda: Meist kommt die Idee spontan, oder ergibt sich aus einem Handlungsstrang. Genau wie es bei einer guten Entwicklung üblich ist. Da gibt es kein Schema F, im Falle der Schattenchronik. Das würde auch zu sehr die Phantasien beschneiden.

Wie recherchiert man für einen historischen Hintergrund eines Schattenchronik-Romans?

Alisha Bionda: In dem man sehr viel Zeit investiert, sehr viel liest und im Internet recherchiert. Jörg Kleudgen und ich sind da sehr „emsig“. Z.B. für einen der nächsten beiden Bände „Der Vampir von Düsseldorf“ habe ich mich durch die Prozessakten von Peter Kürten gelesen und all solche Dinge. Manches bestreiten Jörg Kleudgen und ich auch gemeinsam.

Was erwartet die Leser in den kommenden Bänden und Zyklen?

Alisha Bionda: Bis Band 12 geht der China-Zyklus rund um den „Drachen“ Lee Khan weiter, aber jeder Roman ist dennoch mit historischen Begebenheiten aus Europa gewürzt.
Wie oben angesprochen Peter Kürten-Fall oder in Band 10 "Vabanque" gibt es Napoléon-Rückblicke.
Ab dann geht es mit dem dritten Zyklus los.
Dem Ägyptenzyklus, der wesentlich mit den Ursprüngen unserer Haupt-Vampire zu tun hat und dem Leser darüber hinaus einen Einblick in die ägyptische Mythologie erlaubt, er sozusagen eine literarische Reise unternimmt.

Welche Projekte außerhalb der Schattenchronik planst Du für die Zukunft?

Oh, da ist zwar einiges geplant, aber das Gros noch nicht spruchreif, da es auch meine Zeit nicht erlaubte, sie bisher weiter anzugehen.
Dieses Jahr möchte ich erst einmal meine „Halde“ vernünftig abarbeiten. Dazu zählen zwei Larry Brent Romane (mit Barbara Büchner) für den BLITZ-Verlag und zwei Anthologien, für die ich gute Verlage suche, weil es besonders schöne Projekte sind – sowohl textlich, als auch grafisch .
Ich habe nicht so gerne zu viel auf der sogenannten „Halde“ liegen.
Für zwei weitere: „Fenster der Seele“ (Mystische Katzenanthologie), die ich zusammen mit Frank W. Haubold und eine SF-Antho habe ich eine Zusammenarbeit mit LERATO beschlossen.
Darüber hinaus befasse ich mich mit den Exposearbeiten für die anderen geplanten Projekte.
Über meine in Planung befindlichen Projekte, die aktuellen Titel und die Vorschau kann man sich bald auf meiner neuen Autorenseite informieren, die aber noch in Arbeit ist und wahrscheinlich erst im Mai /Juni online geht .
Ich verrate nicht zu viel, und es erstaunt die Leser sicher nicht, daß die meisten meiner geplanten Projekte mit Jörg Kleudgen zusammen sein werden.
Aber auch mit anderen Autoren, mit denen ich in Zukunft noch verstärkt zusammenarbeiten möchte. Mit einigen habe ich gerade eine sehr schöne, düstere Novellensammlung in Arbeit, die Mark Freier mit Grafiken versehen hat/wird.
ABER, da ist noch viel mehr in meinem Kopf, das ich aber noch nicht verrate.
Wo kommen wir denn da hin? Ein wenig Suspence muß ja sein! Hehe...
Aber wer mich lange genug und gut kennt – und das sind im Laufe der Jahre erfreulich viele geworden – weiß, daß ich nichts "übers Knie" breche, weil Projekte, wenn sie gut werden sollen, reifen müssen. Betrachtetet man aber, z.B. meine herausgegebenen Anthologien, sprechen sie für sich. So zum Beispiel: Band 1 in der Wolfgang Hohlbeins Schattenchronik "Der ewig dunkle Traum" / Band 4 der Sherlock Holmes Criminal Bibliothek "Das Geheimnis des Geigers", Band 8 der Edgar Allan Poes Phantastische Bibliothek "Der dünne Mann - und andere düstere Novellen" (Titelgeschichte von Wolfgang Hohlbein) alle im BLITZ-Verlag erschienen, aber auch "Wellesang" (Fantasy-Antho) im Schreiblust-Verlag.
Also wenn meine neue Site online geht: immer mal einen Blick wagen, auch in die VORSCHAU und PLANUNG!

Worauf ich aber schon mal hinweisen möchte, weil das auch für die SCHATTENCHRONIK-Leser interessant ist, ist ein anderes Projekt, das ich am 1. April starte.
Das Literaturportal LITERRA - mit Schwerpunkt Phantastik & Fiction.
Da werde ich mit Jörg Kleudgen u.a. auch eine interessante Schattenchronik-Kolumne ins Leben rufen. Mit Infos aber auch Specials für die Leser, plus Austauschmöglichkeiten mit mir per gelegentlichem Chat und vielem mehr...

Vielen Dank Alisha, für diesen kleinen Einblick in deine Arbeit. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg, besonders mit dieser tollen Serie!

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