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EDINBURGH ON THE ROCKS - Das Buch beschreibt den Traum eines jeden jungen Mädchens.

Interview mit Gabriele Ketterl, geführt von Alisha Bionda am 19. Dez. 2017.


Dieses Interview ist Teil der Kolumne:

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A. Bionda
46 Beiträge / 46 Interviews / 102 Kurzgeschichten / 2 Artikel / 136 Galerie-Bilder vorhanden
Gabriele Ketterl Gabriele Ketterl
Alisha Bionda führte via Mail einen weiteren Teil eines umfangreichen Interviews mit GABY KETTERL.

A.B.: Liebe Gaby, das letzte Interview habe ich mit Dir im August zu Deinem Roman HIGHLANDS MIT HINDERNISSEN geführt, der bei Amrun publiziert wurde. Im September erschien dann im Ullstein Verlag der Romance Roman EDINBURGH ON THE ROCKS. Wie schnell gelingt es Dir Dich auf andere Charaktere und Settings einzulassen?
G.K.: Das gelingt mir sehr schnell. Da ich ja schon während ich das Exposé erstelle die Charaktere entwickle und ich dazu auch immer bereits jemanden im Kopf habe. Diesem Protagonisten gebe ich dann nicht nur ein Gesicht, sondern ein Leben. Dazu sehe ich mir meine Umgebung besonders aufmerksam an. Fast ein jeder meiner Protas hat ein Pendant im richtigen Leben. Besonders wichtig ist mir hier, dass die Figuren lebensecht und glaubwürdig sind. Meine weibliche Prota, Anabel beispielsweise ist eine Kombination aus gleich drei „echten“ Menschen, den männlichen Part, Duncan, gibt es tatsächlich. Auch viele der Nebencharaktere gibt es real ebenso. So den richtig coolen Vater einer der WG Bewohnerinnen.
Vom Setting her musste ich mich nicht allzu sehr umgewöhnen. Schottland eben. Eine meiner großen Lieben.

A.B.: Was erwartet die Leser in dem Roman?
G.K.: In meinem Leben habe ich ja schon ein wenig, nennen wir es gerne Lebenserfahrung sammeln dürfen. Ein Phänomen das immer wieder meinen Weg kreuzte war das der wahlweise überbehütenden oder schlicht dominanten Eltern. Anabel hat genau solche Eltern. Wirken sie zu Beginn nur einfach überbehütend, offenbaren sie in dem Augenblick, in dem Anabel es wagt, ihr Leben ansatzweise in die eigenen Hände zu nehmen, ihr wahres Ich. Es geht ihnen um sich selbst, um ihrer eigenen Wünsche und Vorstellungen. Anabel beweist Mut, und den braucht sie, denn ich weiß aus eigener Erfahrung wie unbeschreiblich schwer es sein kann, wenn man sich gegen Eltern auflehnt. Sie bricht alle Brücken hinter sich ab und wagt ein selbstbestimmtes Leben in einem anderen Land. Dort wartet das wahre Leben auf sie, Menschen, die für ihr Leben arbeiten müssen, Kreativität, Fröhlichkeit, zahlreiche Herausforderungen und ein wahrlich abenteuerlicher Mann, hinter dessen hübscher Fassade so viel mehr steckt, als man erwarten könnte. Schottland hat viel zu bieten, kann aber auch hart sein, vor allem, wenn man, wie Anabel die Geister der Vergangenheit einfach nicht loswerden kann. Ich habe mich vor kurzem sehr über die Bemerkung einer jungen Leserin gefreut: Das Buch beschreibt den Traum eines jeden jungen Mädchens.

A.B.: Welche Charaktere des Romans liegt Dir besonders am Herzen – und warum?
G.K.: Besonders am Herzen liegt mir Anabel. Das aus den oben beschriebenen Gründen und auch, da in Anabel ein kleines Stück Gabriele steckt. Ich kenne den unfairen Kampf, wenn man gegen seine Eltern kämpfen muss, um endlich ein eigenes Leben haben zu dürfen. Ich konnte hervorragend mit Anabel mitfühlen. Es ist schrecklich und kostet dich viel Kraft und viele Tränen, wenn du dem Menschen, der dich eigentlich auf ein selbstständiges Leben vorbereiten sollte, verständlich machen musst, dass er dich endlich loslassen muss. Die eigene Erziehung steht dir hier dermaßen breitbeinig im Weg, dass du oft nicht mehr weiterweißt. Daher macht es mich beinahe schon traurig, wenn ich in Rezis lesen muss, dass Anabel zögerlich und dumm sei. Ich weiß es nicht mit Sicherheit aber vielleicht muss man es selbst erlebt haben, um Anabel zu verstehen.
Und dann gibt es da Duncan, der nach einer tragischen Beziehung einfach eine Heidenangst davor hat, erneut ein Fiasko zu erleben und der daher doch ziemlich überreagiert, als er denkt, dass Anabel ihn verraten hätte. Du ahnst es wahrscheinlich schon – es gibt ein Pendant in der realen Welt.
Aber um ehrlich zu sein, mag ich auch die ganzen Nebendarsteller sehr. Sie alle oder zumindest die Meisten gab es in meinem Leben und ich vermisse sie noch heute.

A.B.: Wie kamst Du auf die Idee zu dem Plot?
G.K.:Ich lebe in einem Musikerumfeld. Mein Lebensgefährte ist Musiker, spielte in seinem Leben schon in diversen Bands. Seine Freunde sind Musiker und die Münchner Hardrockszene der 80ger und 90ger war mein tägliches Zuhause. Da hörst und siehst du viele Dinge die du nie mehr vergisst. Was für andere exotisch war, war für mich selbstverständlich. Aber auch für meine Kinder. Bestes Beispiel mein heute 21jähriger Sohn. Wir zogen um, als er gerade zwei war. Dazu halfen viele unserer Freunde, alles langhaarige Hardrocker. Als ein Bekannter mit kurzen Haaren dazu kam, stand mein Kind vor ihm, schaut ihn mit großen Augen an und fragt. „Wer bist denn dann du?“ Er bekam zur Antwort: „Ich bin der Peter.“
Daraufhin schüttelt Florian mitleidig den Kopf und meint: „Nö, du kannst kein Mann sein, du hast ja kurze Haare.“ Wir haben sein Weltbild wohl irgendwie geprägt …
Aus all diesen Geschichten, meinen schönen Erlebnissen in Schottland und einem Hauch Fantasie entstand der Plot.

A.B.: Hast Du den Roman streng nach Expo geschrieben? Oder hat sich einiges während des Schreibens verselbstständigt?
G.K.: Du kennst das doch schon. Bei mir verselbständigt sich dauernd alles. Meine Protas leben, während ich die Bücher schreibe. Sie erzählen mir neue Handlungsstränge, bringen sogar neue Charaktere mit ins Geschehen. Und genau das liebe ich: Dass mein Manuskript lebt. Ich möchte meine Charaktere nicht mundtot machen, dazu haben sie einfach alle zu viel zu sagen. Sie sollen nicht meine Marionetten sein, sondern mir ihr Leben erzählen. Ich will, dass meine Protas Hirn und Kreativität beweisen dürfen.

A.B.: Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit dem Lektorat bei Ullstein?
G.K.: Sehr gut. Es gab nur einen heiklen Punkt und diesen haben wir gemeinsam sehr schnell und problemlos aus der Welt geschafft. Es hat Spaß gemacht.


A.B.: Wie gefällt Dir das Cover des Romans?
G.K.: Das Cover bekam ich während meines Sommerurlaubs auf den Kanaren. Du musst dir das so vorstellen: Ich liege am Strand, genieße die Wärme, sehe Segelschiffe am Horizont und denke gerade es könne nicht mehr besser kommen und dann checke ich meine Mails. Mein Begeisterungsschrei als ich den Cover-Entwurf sah, war so laut, dass mich alle Umliegenden erschrocken angesehen haben. Ein strahlendes Lächeln hat das wettgemacht. Ich liebe das Cover. Es fängt perfekt die Stimmung der Konzerte ein.

A.B.: Wird es weitere Schottlandromane von Dir geben? Wenn ja, welche?
G.K.: Es könnte! „Edinburgh on the Rocks“ ist ursprünglich als Dilogie ausgelegt. Eine Fortsetzung wäre also möglich. Und wenn ein Verlag gerne einen Schottlandroman von mir möchte. Gerne! Es ist noch so viel Schottland in meinem Kopf.

A.B.: Du hattest in den letzten zwei bis drei Jahren die Gelegenheit, Dich in verschiedenen Genres, aber auch verschiedenen Literaturformen (Kurzgeschichten und Romane) und bei diversen Verlagen verwirklichen zu können? Was bedeutet Dir das? Wie fühlt sich das für Dich als Autorin an?
G.K.: Eine Herausforderung, die ich sehr genieße. Von Fantasy (Venetian Vampires, Tyne 1 und 2) über History (Gefangene der Wildnis) hin zu Romance und Rockstars. Es ist immer ein Wagnis. Du weißt nie, wie die Leser reagieren. Vor allem die Fantasy Fans nehmen dir Romance schnell übel. Aber ich habe wohl die Kurve ganz gut bekommen. Bei mir war es eher so, dass einige Romance Fans Probleme mit den Büchern haben. Ich schreibe nicht so betont „liebes-lastig“ also bei mir fallen sie eben nicht auf den ersten fünf Seiten übereinander her. Bei mir entwickelt sich die Liebe so, wie sie es auch im richtigen Leben täte. Das war interessant zu sehen. Allerdings bleibe ich dem auch treu. Es wäre einfach nicht mein Stil plötzlich so megaseicht zu werden. Ja, meine Protas haben Probleme und sie haben Charakter, sie hadern mit der Welt und sie finden alle ihren Weg, aber das geht eben nicht ohne dafür etwas zu tun. Ich habe nach Edinburgh on the Rocks von einer Freundin, die eine sehr kritische und anspruchsvolle Vielleserin ist, das Kompliment bekommen: „Ich finde es faszinierend, dass du dich immer noch steigern kannst.“ Ich denke, dass die Möglichkeit unterschiedliche Genres auszuprobieren, dazu enorm beiträgt.

A.B.: Liest Du demnächst aus dem Roman? Wenn ja, wo und wann?
G.K.: Am 1.3.2017 gibt es eine Schottlandlesung in der großen Gemeindebücherei Kirchheim-Heimstetten. Sogar mit musikalischer Begleitung. Darauf freue ich mich schon sehr. In Leipzig lese ich dann mit mehreren Schottland-Autorinnen gleich am Donnerstagabend in der Leipziger City.

A.B.: Woran arbeitest Du derzeit? Worauf können sich die LeserInnen freuen?
G.K.: Ich sitze am 3. Band der Puerto de Mogan Trilogie. Ein Roman – schon wieder - über eine Frau, die nach vielen Ehejahren endlich aufwacht und feststellt, dass das Leben mehr zu bieten hat, als dem eigenen Ehemann auf der Karriereleiter nach oben zu helfen und dafür sich selbst zu vergessen. Eine Geschichte, die hauptsächlich auf der Kanareninsel Gran Canaria spielt. Und wer mich kennt, der wird wissen, dass man meine Liebe zu den Kanaren aus jeder Zeile lesen kann. Hier, im schönen Dorf Puerto de Mogan, lernt meine Protagonistin dann auch einen Mann kennen, der ihr zeigt, dass Männer auch ganz anders können. Ein spanischer Macho muss ja nun nichts Schlechtes sein … (gut, dass Du jetzt mein breites Grinsen nicht sehen kannst). Ich würde am liebsten Tag und Nacht schreiben, so sehr liebe ich die Story.

A.B.: Wieder einmal vielen Dank für das ausführliche Beantworten meiner Fragen. Und bis zum nächsten Part des Interviews.
G.K.: Ich danke Dir, Alisha, es war mir, wie immer, eine große Freude.

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