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Bislang bewege ich mich im satirischen Kriminalroman, der das Genre nicht ganz so ernst nimmt.

Interview mit Ralf Weißkamp, geführt von Alisha Bionda am 07. Jan. 2016.


Dieses Interview ist Teil der Kolumne:

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A. Bionda
8 Beiträge / 38 Interviews / 5 Kurzgeschichten / 72 Galerie-Bilder vorhanden
Ralf Weißkamp Ralf Weißkamp
Alisha Bionda führte via Mail ein umfangreiches Interview mit RALF WEISSKAMP.

A.B.: Lieber Ralf, zuerst möchte ich Dir einige persönlichen Fragen stellen, damit Dich die Leser besser kennen lernen: Was gibt es über Dich als Mensch zu sagen?
R.W.: Die Frage müssten eigentlich andere, meine Freunde, beantworten. Aber da die gerade nicht da sind: Ich kann mich schnell für neue Projekte begeistern, neue Ideen spinnen und aufnehmen. Und diese dann auch umsetzen, verwerfen, umsetzen. Ich bin ein optimistischer Mensch, durch und durch, aber nicht realitätsblind. Ich denke, wir sollten das Leben genießen, möglichst aus jedem Tag etwas Schönes für uns und unsere Liebsten gewinnen. Außerdem bin ich nie alleine, ich habe ständig den Schalk im Nacken! 

A.B.: Was zeichnet Dich in Deinen Augen aus?
R.W.: Mein Optimismus, mit dem ich auch meine Schwächen in meine Stärken umwandele. Natürlich gibt es Situationen, die dich runterziehen. Aber die hake ich schnell ab, schaue, was ich Gutes daraus gewinnen kann. Und wenn das nicht funktioniert, wenn nichts Positives dabei herumkommt: Abhaken, weg damit!

A.B.: Was magst Du, und was eher nicht?
R.W.: Was ich gar nicht leiden kann sind Menschen, die sich ständig hervortun, jeden Satz mit ich beginnen und andauernd betonen, wie toll sie doch sind, was sie alles können und machen. Generell mag ich Leute, die sich zurückhalten, vor dem Reden denken und sich nicht so wichtig nehmen. Es gibt einen tollen Text, der vieles von dem, was ich empfinde, ausdrückt. „Desiderata“ ist der Titel und darin heißt es unter anderem: „Vermeide laute und aggressive Personen, sie sind eine Plage für die Seele“ – Touché! Was ich auch nicht mag: Salat. 

A.B.: Welche Hobbys hast Du?
R.W.: Ich lese natürlich sehr gern, liebe es, spazieren zu gehen, im Wald oder an Feldern. Gern hätte ich einen Hund dabei, aber das gibt zeitlich zu große Probleme, wir sind beide berufstätig. Fotografiert habe ich schon seit meiner Jugend gern, auch das kommt seit einiger Zeit zu kurz. Selbstverständlich schreibe ich gerne, feile an Texten, an Formulierungen: Was kann ich besser ausdrücken, was gefällt mir nicht? Dabei verlasse ich mich auf mein Bauchgefühl. Das hat mich noch nie getäuscht.

A.B.: Wolltest Du immer schon Schriftsteller werden? Oder gab es da eine Initialzündung oder war es eher eine Folge Deiner persönlichen Entwicklung?
R.W.: Wenn ich diese beiden Möglichkeiten nehme, dann war es eine Folge meiner Entwicklung, des Schreibens. Der Wunsch, sich auszudrücken, hat sich auf eine andere, umfangreichere Form verlagert. Weg von journalistisch kurzen Texten, und es macht ungeheuer Spaß, ein umfangreiches Manuskript zu schreiben.


A.B.: Wann hast Du zu schreiben begonnen? Und womit?
R.W.: Schon in der Schule war ich bei der Schülerzeitung aktiv, während des Studiums habe ich als freier Mitarbeiter bei einer Zeitung angefangen. Das weitete sich auf mehrere aus, so dass ich nur noch freiberuflich arbeitete. Heute habe ich als Absicherung eine Teilzeitstelle bei einem Bildungsinstitut, mein Pressebüro und das Dasein als Autor sind meine Leidenschaft. Die möchte ich weiter ausbauen, so dass sie beruflich das Standbein sein sollen. Aber Schreiben, das war schon immer klar, Schreiben ist meine Leidenschaft, journalistisch als auch „frei“.

A.B.: Hast Du eine fest strukturierte Methode, wie Du ein Projekt umsetzt?
R.W.: Ich gehe nicht nach einem festen Plan vor, meine Geschichten entstehen nicht am Reißbrett. Da kann eine Figur am Anfang stehen oder eine Geschichte, aus der eine oder mehrere Figuren entstehen. Während des Schreibens brauche ich gedankliche Beinfreiheit, neue Ideen müssen einfließen können. Diese Art, ein Projekt, ein Manuskript anzugehen, hat jedoch nichts damit zu tun, das sie unstrukturiert sei. Die Struktur ist lediglich in kleinere Einheiten geteilt.

A.B.: Schreibst Du gerne zu einer bestimmten Zeit? Lieber tagsüber, lieber abends/nachts? Wie sieht Dein Tagesablauf aus?
R.W.: Das ist unterschiedlich, aber ich schreibe lieber abends oder am späten Nachmittag. Tagsüber ist der Kopf häufig nicht frei genug, vieles ist zu erledigen oder die Arbeitsstelle lässt einen nicht los. Morgens geht es fast nie, ich bin eindeutig ein Abend- und Nachtmensch. Hängt vielleicht damit zusammen, dass ich nachts um drei Uhr geboren wurde. 
Mein Tagesablauf wird bis mittags durch meinen Job bestimmt, danach versuche ich, so viel wie möglich aufs Papier zu bekommen oder zu recherchieren. Gerne fahre ich mit Block und Kugelschreiber in den Wald, dort kann ich sehr gut schreiben oder neue Ideen skizzieren. Im Winter ist diese Möglichkeit nicht gegeben, dafür wird es früher dunkel, Zeit, die ich zum Schreiben nutzen kann.

A.B.: Bevorzugst Du eine bestimmte Atmosphäre oder benötigst Du besondere Ruhe wenn Du schreibst?
R.W.: Beim Schreiben brauche ich Ruhe, unbedingt. Deshalb schnappe ich mir auch gerne Laptop oder Schreibblock und verziehe mich in den Wald. Dort habe ich die nötige Abgeschiedenheit. Und wenn mir nichts einfällt, wenn ich an einem Punkt bin, an dem ich nicht weiter weiß, mache ich einen Spaziergang, das befreit den Kopf. Hat bisher immer funktioniert. Manche hören Musik beim Schreiben, gucken nebenbei Fernsehen oder anderes – funktioniert bei mir nicht.

A.B.: Schreibst Du an mehreren Projekten gleichzeitig oder trennst Du das strikt?
R.W.: Eine strikte Trennung habe ich nicht, allerdings konzentriere ich mich schon auf ein oder zwei Projekte. Ich möchte sie, sofern ich etwas zu erzählen habe, zu Ende bringen, sie zum Leben erwecken. Schließlich wollen sie hinaus in die Welt und veröffentlicht werden. Und das braucht auch noch eine Menge Zeit.

A.B.: Welchen Genres ordnest Du Dich zu? Und welches reizt Dich am meisten?
R.W.: Bislang bewege ich mich im satirischen Kriminalroman, der das Genre nicht ganz so ernst nimmt. Was mich reizt und ich in Angriff nehmen möchte ist ein Thriller. Ebenso ein Gesellschafts- oder Familienroman. Bis dahin werde ich noch weiter an meinen Büchern rund um das skurrile Ermittlertrio Robert, Manni und Jan arbeiten. Mit einem weiteren Krimi rund um eine neue Figur habe ich gerade begonnen.


A.B.: Deine Regiokrimis SCHÜTZENMASKE und AUFTRAGSENGEL, dem zweiten Fall des Ermittlers Robert Werner, sind im Oldigor-Verlag erschienen. Schilder uns doch bitte kurz, was den Leser darin erwartet.
R.W.: Robert ermittelt auf eigene Faust, nachdem auf seine Freunde Manni und Jan Mordanschläge verübt wurden. Seine Recherchen führen ihn ins Rocker-Milieu, schließlich wird er selbst Mitglied einer solchen Gang, um undercover zu ermitteln. Argwöhnisch beäugt wird er dabei von Kommissar Hollunder, der mit seinem Iserlohner Kollegen drei Mordfällen untersucht. Dabei werden seltsame Waffen wie ein vergiftetes Kondom angewendet. Robert begegnet auch seiner geliebten Sylvia wieder, die von einem Unbekannten bedroht wird. Ob und was aus den beiden wird, verrate ich natürlich noch nicht.

A.B.: Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Oldigor?
R.W.: Durch einen Zeitungsartikel, in dem der Verlag erwähnt wurde. Ich habe mir dann im Internet sein Programm angesehen und geprüft, ob mein erstes Manuskript, die „Schützenmaske“, inhaltlich passen würde. Dann habe ich dem Verlag das Manuskript gesendet und einige Wochen später die erhoffte positive Nachricht bekommen.

A.B.: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit dort?
R.W.: Sehr herzlich, persönlich und professionell. Der Kontakt ist auch nach Büroschluss und am Wochenende möglich. Gelegentlich sieht man sich und andere Autoren des Verlages im Iserlohner Literaturhotel. Wichtig sind mir gegenseitige Wertschätzung, es gibt kein Gefälle zwischen Verlag und Autor.

A.B.: Wie gefällt Dir die Optik Deiner Romane?
R.W.: Da kann ich nur Gutes drüber sagen, schließlich habe ich die Ideen dazu beigesteuert. Und es ist eine ungemein spannende Phase in der Entstehung eines Buches, wenn wir gegenseitig an den Entwürfen der Cover basteln, verwerfen, umgestalten. Diese Möglichkeit der Mitgestaltung ist ein weiterer Punkt, den ich an Oldigor sehr schätze.


A.B.: Hast Du ein Vorbild – literarisch und/oder allgemein?
R.W.: Wenn Du unter Vorbild auch den Wunsch verstehst, so schreiben zu können wie er oder sie – dann ist es der amerikanische Autor Philip Roth. Von dem habe ich zuletzt „Nemesis“ gelesen. Wen ich um seine Phantasie und seinen Humor beneide, ist Walter Moers. Der hat nicht nur Käpt’n Blaubär erfunden, von dem stammen auch Romane wie „Die Stadt der träumenden Bücher“ – allein der Titel ist Poesie – oder „Wilde Reise durch die Nacht“ mit Illustrationen von Gustave Doré, einem sehr bekannten Illustrator des 19. Jahrhunderts.

A.B.: Liest Du regelmäßig? Wenn ja, was bevorzugt?
R.W.: Bücher lese ich in letzter Zeit viel zu selten, dazu bleibt mir neben Job und schreiben kaum noch Zeit. Ich hoffe, dass ich über Weihnachten dazu etwas mehr Zeit habe. Da liegt noch so einiges auf meinem Stapel ungelesener Bücher, Spannendes, Informatives und am besten eine Mischung aus beidem. Krimis und Thriller mag ich sehr gern, aber bitte nicht so blutrünstig. Gemetzel sind phantasielos. Regelmäßig lese ich Zeitungen und diverse Webseiten

A.B.: Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Deinen Lesern?
R.W.: Sehr wichtig, keine Frage! Jeder Autor liebt positive Reaktionen, das tut gut und bestärkt dich. Konstruktiv sind kritische Nachfragen und Meinungen, sie bringen dich dazu, dich noch einmal mit deinem Roman auseinanderzusetzen, ihn zu überarbeiten. Das ist eines der Dinge, die demnächst auf meiner Liste stehen, eine Überarbeitung der „Schützenmaske“.

A.B.: Wie gestaltet sich dieser?
R.W.: Auch wenn ich mich manchmal überwinden muss auf der Bühne zu sitzen, aber ich mag Lesungen. Dort ist der Kontakt unmittelbar, direkt. So wie bei der letzten Lesung, als eine Frau mit der „Schützenmaske“ in der Hand auf mich zukam und das Gespräch entschuldigend begann mit “Tut mir leid, aber ich bin Deutschlehrerin ...“ Es ging darum, was eine Bahre und was eine Trage ist. Die Gespräche und Begegnungen bei Lesungen mag ich sehr.

A.B.: Gibt es Menschen, die Dich bei Deinem schriftstellerischen Werdegang unterstützt haben? Freunde, Familie, Kollegen? In Deinen Anfängen und jetzt?
R.W.: Meine Frau Andrea, ganz klar. Sie ist Testleserin und Kritikerin. Daneben noch einige Freunde, die mir mit Zuspruch und Ermutigung geholfen haben. Natürlich selbstverständlich noch meine Verlegerin Andrea Wölk.

A.B.: Welchen Rat würdest Du Newcomer-Autoren für die Verlagssuche geben?
R.W.: Zuallererst sich gründlich informieren: Passt mein Projekt ins Verlagsprogramm? Falls nicht, ist es sinnlos, ein Manuskript zu schicken. Auch die Vorgaben der Verlage unbedingt beachten: Wie umfangreich soll das Exposé sein, welche formalen Voraussetzungen werden gefordert? Und wenn der Verlag darum bittet, von telefonischen Nachfragen abzusehen – die meinen das so!  In das Exposé sollte man Zeit und Energie einbringen, es ist ungemein wichtig. Überzeugt das Exposé nicht, bringt es den Lektor nicht dazu, weiterlesen zu wollen, waren meine Mühen für die Katz. Und auch wenn es ernüchternd ist, wenn das Manuskript nicht genommen wird, auf keinen Fall entmutigen lassen. Aufstehen, Krone richten, weitermachen!

A.B.: Worin siehst Du die Vor- und Nachteile in der Klein- und Großverlagsszene?
R.W.: Zuerst einmal hoffe ich, dass uns die Vielfalt der Verlage erhalten bleibt, kleiner wie großer. Große Verlage haben wesentlich mehr Gewicht am Markt und auch die finanziellen Mittel fürs Marketing. Allerdings komme ich ohne Literaturagenten kaum noch an große Verlage. Selbstverständlich müssen kleine Verlage auch darauf achten, dass sich die Bücher verkaufen. Der Vertrieb hat dort jedoch nicht das entscheidende Wort, wenn das Manuskript gefällt, sind die Marktchancen nicht immer das entscheidende, alleinige Kriterium.

A.B.: Woran arbeitest Du derzeit? Auf was dürfen sich die Leser künftig freuen?
R.W.: Ich habe vor wenigen Tagen ein Manuskript fertiggestellt, der Arbeitstitel ist „Mordsbürger“. Jetzt suche ich einen neuen Stoff für einen Roman und schreibe an einer Geschichte weiter. Darin geht es um einen kleinen Jungen, der die Abenteuer erzählt, die er nach seinem Tod erlebt. Eine Reise voller Phantasie, die ihn ins All führt, zu Planeten und Wesen und Büchern, die mit seinen Träumen und Gedanken zu tun haben.

A.B.: Vielen Dank für das ausführliche Beantworten meiner Fragen.
R.W.: Ich danke Dir sehr herzlich für Dein Interesse!


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