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SUKKUBUS - Es ist ein Erotik-Thriller und kein Schmachtfetzen.

Interview mit Tobias Bachmann, geführt von Alisha Bionda am 09. Mar. 2015.


Dieses Interview ist Teil der Kolumne:

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A. Bionda
46 Beiträge / 40 Interviews / 100 Kurzgeschichten / 2 Artikel / 128 Galerie-Bilder vorhanden
Tobias Bachmann Tobias Bachmann
Alisha Bionda führte via Mail einen weiteren Teil eines umfangreichen Interviews mit TOBIAS BACHMANN.

A.B.: Lieber Tobias, das letzte Mal sprach ich mit Dir 2012. Seither ist einiges von Dir erschienen. Nun vor Kurzem bei Elysion Books der Erotik-Thriller SUKKUBUS. Was erwartet die Leser darin?
T.B.: Der Roman spielt im gegenwärtigen München. Eine kuriose Mordserie erschüttert die Stadt. Topmanager aus elitären Kreisen sind die Opfer eines geheimen Sexzirkels, bei dem sich der ermittelnde Kommissar Harmann irgendeine Mischung aus okkulter Loge und Swingerclub vorstellt. Da er völlig im Dunkeln tappt, folgt er auch jedem noch so albernen Hinweis. Einer führt ihn zur Lesung eines Autors, der ein Buch über schwarzmagische Sexriten geschrieben hat. Auf dergleichen esoterischen Quatsch kann und will sich Harmann aber nicht einlassen, weswegen er seinen besten Kumpel, den Privatdetektiv Alvin Mauser, darum bittet, die Recherche für ihn zu übernehmen. Mauser ist froh über den Auftrag, denn die Geschäfte seiner Kanzlei laufen schlecht. Bei der Lesung wird das Bild einer Frau an die Wand projiziert: Sarandrea Lillet, Hohepriesterin des sogenannten Sukkubus-Ordens. Und ein One-Night-Stand von Alvin Mauser, der ihm nicht mehr aus dem Kopf geht. Diese Sarandrea verdreht dem armen Kerl so dermaßen den Kopf, dass er sich ein weiteres Mal auf sie einlässt. Sehr zum Leidwesen von Mausers Frau. Beide begeben sich in Lebensgefahr, als … Aber lassen wir das. Es geht um Liebe. Um den gefährlichen Einfluss einer Sekte. Um Begehren. Um Trieberfüllung. Um das Brechen von Tabus. Um verdammt tödliche Leidenschaften. Und natürlich geht es um Sex. Es ist ein Erotik-Thriller und kein Schmachtfetzen.


A.B.: Welcher Charakter des Romans liegt Dir besonders am Herzen – und warum?
T.B.: Das ist schwierig. Ich habe sie alle lieb gewonnen. Den Münchner Kommissar Harmann, der sich nicht eingestehen will, Hals über Kopf in eine Prostituierte verliebt zu sein, mag ich aber am liebsten. Er war eigentlich nur als Nebencharakter gedacht, entwickelte sich aber zu einer starken und interessanten Persönlichkeit, wie ich finde. Aber auch den eindeutig schwanzgesteuerten Alvin Mauser mag ich sehr, der von einem Verderben ins Nächste rennt und dennoch versucht seine nahezu perfekte Ehe mit seiner bezaubernden Frau zu retten.

A.B.: Wie kamst Du auf die Idee zu dem Roman?
T.B.: Das Sukkubus-Thema hat mich schon lange gereizt. Ein wunderschöner, aufreizender Dämon, der sich mit einem Mann vereinigt, um sich danach in einen ebensolchen zu verwandeln, um dem Samen einer Frau einzupflanzen. Auf diese Weise vermehrt sich das Wesen. Als ich im Vorfeld zu dem Roman recherchierte, stieß ich auf das Buch eines Sexualwissenschaftlers, der in den 60er Jahren ein Werk mit dem Titel "Die teuflische Wollust – Sex und Satanismus" veröffentlichte, aus dem ich im Roman auch hin und wieder zitiere. Nach der Lektüre gab es für mich nur zwei Möglichkeiten, das Sukkubus-Thema literarisch umzusetzen. Entweder in Form eines Horror-Romans, wobei die Verbindung Sex und Horror immer recht billig daherkommt - zumindest muss man sich häufig vorwerfen lassen, ob die ganzen Sexszenen wirklich sein müssen - oder als moderner Thriller. Von dort war es nur noch ein kleiner Schritt, mich für das Verfassen eines Erotik-Thrillers zu entscheiden. Den Plot selbst entwarf ich binnen weniger Stunden.

A.B.: Hast Du streng nach Expo geschrieben oder hat sich die Handlung recht frei entwickelt?
T.B.: Das Exposé bot mir ein grobes Handlungsgerüst von drei Seiten Länge. Normalerweise drösle ich dieses in einzelne Kapitel und Unterkapitel auf, bevor ich mich an die Schreibarbeit mache. In vorliegendem Fall habe ich darauf verzichtet. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass eine straffe Struktur nicht nötig sei. Und in der Tat schrieb sich der Roman quasi von selbst.


A.B.: Hattest Du irgendwelche Vorgaben vom Verlag oder völlig freie Hand?
T.B.: Mit Ausnahme eines im Vorfeld vereinbarten Umfangs (nicht mehr als soundsoviel Wörter) gab es keinerlei Vorgaben. Das war mir einerseits ganz recht. Ich bin ja ein doch recht freiheitsliebender Mensch – auch beim Schreiben. Unsicher war ich mir hingegen beim Verfassen der Sexszenen. Ist das jetzt noch erotisch oder schon pornographisch? Ich habe potentielle Leserinnen gefragt, welche Ansprüche sie diesbezüglich an einen Erotik-Thriller haben. Die Aussagen waren allesamt recht identisch: "Bloß keine angedeuteten Blümchensexszenen", lautete die Devise. Es solle "ordentlich zur Sache gehen". "Detailliert und schonungslos" … usw. - also habe ich mich bemüht, recht ausschweifend auf die Bedürfnisse der Leserschaft einzugehen. Nur so viel: Wem beim Lesen von "Shades of Gray" die Schamröte ins Gesicht steigt, der wird SUKKUBUS pervers finden. Ach ja, eine Vorgabe vom Verlag gab es noch: ein Happy End. Ich habe das sehr offen ausgelegt, wie ich finde.

A.B.: Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit dem Lektorat?
T.B.: Die Zusammenarbeit mit dem Lektorat verlief vollkommen unproblematisch. Ich bin ohnehin ein Autor, der dazu neigt, auf das Lektorat zu hören und versuche nach Möglichkeit alle Vorschläge umzusetzen oder zumindest gute Erklärungen zu finden, warum ich es bei der einen oder anderen Szene nicht tue. Eine Szene gab es, die das soeben genannte Problem (Erotik oder Pornographie?) innehatte. Da bin ich wohl zu weit gegangen und habe die Szene ein wenig entschärft. Wenn man Derartiges zuvor noch nie geschrieben hat, dann tut man gut daran, auf den Ratschlag einer Frau zu hören, besonders, wenn sie als Lektorin die Zielgruppe kennt.

A.B.: Wie gefällt Dir das Cover des Romans?
T.B.: Ich weiß ja nicht, wer für die Dame auf dem Cover Modell gestanden hat, aber das Endergebnis lässt mich schmachten. Ich hätte gerne einen lebensgroßen Pappaufsteller von diesem dämonischen Wesen.

A.B.: Hat Dir Dein erster Ausflug in dieses Genre gefallen?
T.B.: Durchaus. Ich meine, der Erotik-Thriller hat ja eine gewisse Tradition. Seit Filmen wie BASIC INSTINCT wissen wir das. Diese Gratwanderung zwischen knisternder Erotik und packender Action hat einfach unglaublichen Spaß gemacht, zu schreiben. Mein Anspruch an mich selbst war es, die erotischen Szenen nicht als reinen Selbstzweck zu beschreiben. Sie sollten sich aus der Handlung ergeben. Dafür war das Sukkubus-Thema geradezu prädestiniert.


A.B.: Könntest Du Dir vorstellen weitere Erotik-Thriller zu verfassen?
T.B.: Durchaus. Einige rein erotische Kurzgeschichten habe ich für Elysion-Books ja bereits verfasst. Sie erschienen in der Valentinstags-Anthologie STATT BLUMEN und in den beiden Weihnachtsanthologien TÜRCHEN ÖFFNE DICH und ALLES LIEBE ZUM FEST DER HIEBE. Außerdem hätte ich bereits eine indirekte Fortsetzung zu SUKKUBUS im Kopf. Sie gärt derzeit in mir. Wer den Roman gelesen hat, wird sich des Epilogs erinnern. Ohne zu Spoilern könnte man sagen, dass da was nachgekommen ist. Und die Geschichte würde ich gerne eines Tages erzählen.

A.B.: Woran arbeitest Du derzeit? Was wird als Nächstes von Dir erscheinen? Worauf dürfen sich Deine Leser freuen?
T.B.: Da erscheint viel in diesem Jahr. Als Erstes dieses Frühjahr noch der Urban-Fantasy Roman TOTGETRÄUMT beim Oldigor-Verlag – ein Roman auf den ich mich ganz besonders freue. Ein Herzensprojekt, das mein Lieblingsthema, den Traum, umfassend bearbeitet. Zur Jahresmitte dann erscheint im rouven-finn verlag der Zweiteiler DIE WURZELN DES BÖSEN, ein waschechter Horrorschinken, den ich gemeinsam mit Sören Prescher verfasst habe. Und aktuell arbeite ich an einem Science Fiction Roman, der den Titel GYNOID trägt und der wohl im Herbst, wieder bei Oldigor erscheinen soll. Noch befinde ich mich hier inmitten der Schreibarbeit.

A.B.: Zum guten Schluss für heute: Wirst Du demnächst irgendwo lesen? Wenn ja wo?
T.B.: Am 21. März lese ich auf dem Steampunk-Festival CLOCKWORK CABINET in Nürnberg aus dem Roman SHERLOCK HOLMES TAUCHT AB. Das wird eine spannende Veranstaltung werden. Der Fabylon Verlag ist vor Ort und bringt neben meiner Wenigkeit die Autoren Thomas Neumeier und Sören Prescher mit, die ebenfalls lesen werden. Im April folgt mein jährlicher Besuch beim MARBURG CON, wo ich hoffe, meinen Roman TOTGETRÄUMT präsentieren zu können. Auch dort freue ich mich auf viele interessante Gespräche und das Wiedertreffen mit alten Weggefährten der Szene.

A.B.: Wieder einmal vielen Dank für das ausführliche Beantworten meiner Fragen. Und bis zum nächsten Part des Interviews.
T.B.: Ich kann es kaum erwarten.

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