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Ich freue mich auf die neue Herausforderung!

Interview mit , geführt von Alisha Bionda am 30. Apr. 2010.


Y Alisha Bionda führte ein Interview mit Dr. Andrea Müller, die sich seit April 2010 für die Programmleitung Hardcover Belletristik im KNAUR-Verlag verantwortlich zeichnet .

A.B: Liebe Andrea Müller, erst einmal vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview via Mail nehmen. Damit sich die Leser ein Bild über Sie machen können möchte ich erst einmal Ihren Background hinterfragen.
Wie war Ihr beruflicher Werdegang?


A.M.: Lektorin war schon sehr früh mein Traumberuf, weshalb ich nach dem Abitur zunächst eine Ausbildung als Verlagskauffrau bei der Bertelsmann AG in Gütersloh gemacht habe, um erste Verlagsluft zu schnuppern. Das schloss – getreu dem Motto „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ – auch unendlich viele Kopien, das Kochen zahlloser Kannen Kaffee und das Sortieren von ganzen Bergen von Ablage ein. Glücklicherweise gehörten aber auch (wunderbare und sehr spannende!) sechs Monate im Lektorat des Clubs Bertelsmann zu dieser Ausbildung, was mich in meiner Berufswahl sehr bestärkt hat. Für den Club war ich durch mein anschließendes Studium hindurch auch als freie Gutachterin tätig.
Nach Magisterstudium und Promotion in Neuerer Deutscher Literaturwissenschaft an der Uni Paderborn, begann ich ein Volontariat im Lektorat des Knaur Verlags, München, bin damit also den klassischen Weg zum Lektorenberuf gegangen. Nach Abschluss dieser Ausbildung hatte ich großes Glück, über eine Elternzeitvertretung letztlich zu einer festen Stelle im Knaur Lektorat zu kommen, wo ich die Bereiche heitere Frauenunterhaltung, psychologische Spannung und zeitweise auch die Nackenbeißer betreut habe.
Nach gut 5 Jahren bei Knaur beschloss ich, mir ein wenig mehr von der Verlagswelt anzusehen, und wechselte zum Diana Verlag (Verlagsgruppe Heyne), wo ich drei Jahre für das Diana Taschenbuch zuständig war.
Nun hat mich das Angebot, die Programmleitung des Knaur Hardcovers Belletristik zu übernehmen, zu Knaur zurückgelockt – und ich freue mich auf die neue Herausforderung!

A.B.: Stand es für Sie von Anfang an fest, dass Sie in der Literaturbranche tätig werden wollen?

A.M.: Das stand, wie zuvor schon gesagt, für mich sehr früh fest. Mit etwa vierzehn Jahren las ich in einem Kundenmagazin des Rowohlt-Verlages einen Artikel, in dem für die jugendlichen Leser der rotfuchs-Bücher, alle Verlagsmitarbeiter vorgestellt wurden, die für die Reihe verantwortlich zeichneten, darunter auch eine Lektorin. Und in ihrer Berufsbeschreibung hieß es sinngemäß, sie verbringe ihre Zeit damit, Manuskripte zu lesen und zu entscheiden, ob sie veröffentlicht werden sollten (was heute keinesfalls eine zutreffende Beschreibung des Lektorenberufs mehr ist, aber das ist eine andere Geschichte). Für eine lesebegeisterte Vierzehnjährige klang das natürlich wie ein paradiesischer Zustand. Und so setzte sich der Gedanke fest, irgendwann auch Lektorin werden zu wollen – und dieser Wunsch überlebte selbst den wohlmeinenden Rat eines Bertelsmann Personalleiters, mich doch nicht unglücklich zu machen, das sei absolut hoffnungslos.

A.B.: Wie viel ist Beruf und wie viel Berufung für Sie? Wo muss der Idealismus dem betriebswirtschaftlichen Denken weichen?

A.M.: Als Lektorin muss man begeisterungsfähig sein, muss immer wieder „brennen“ für neue Bücher, neue Autoren, neue Trendthemen, muss das besitzen, was ich mal den „Jagdtrieb“ nennen möchte. Dieser Teil ist definitiv Berufung, man bringt diese Eigenschaft mit oder eben nicht.
Aber für jeden Lektor ist heute auch betriebswirtschaftliches Denken ein Muss. Der Buchmarkt konzentriert sich immer stärker auf wenige Bestsellertitel. Das zwingt Lektoren, sich jenseits ihrer persönlichen Begeisterung für ein Projekt mit dessen Vermarktbarkeit auseinanderzusetzen, sich sehr genau zu überlegen, wie ein neuer Autor/ein neues Buch positioniert werden kann, welche Zielgruppe es erreichen soll – und ob der Verlag, für den man arbeitet, dazu wirklich das richtige Programmumfeld bietet.

A.B.: Sie waren schon einmal bei KNAUR, haben aber in letzter Zeit bei DIANA gewirkt und sind jetzt zu KNAUR zurückgekehrt. Was hat Sie jeweils zu den Wechseln bewogen?

A.M.: Lektoren sind ein Berufsstand, für den glücklicherweise gilt, dass man mit zunehmendem „Berufsalter“ immer wertvoller wird, denn ein großer Teil unserer Arbeit beruht auf dem „Bauchgefühl“, das man nur durch Erfahrung gewinnt. Verlagswechsel sind in diesem Kontext wichtig: Man gewinnt Einblick in andere Programme, lernt andere Denkweisen bei der Positionierung und Durchsetzung von Autoren kennen und erweitert sein persönliches Netzwerk, was in einer so kleinen Branche von größter Bedeutung ist.
So war der Wechsel von Knaur, dem Verlag, bei dem ich meine ersten Sporen verdient habe, zu Diana ein notwendiger Schritt, um meinen Horizont als Lektorin zu erweitern.
Dass der berufliche Weg nun zurück zu Knaur geführt hat, war zwar nicht geplant, freut mich aber sehr, denn das Knaur Lektorat ist ein ausgesprochen nettes Team. Abgesehen davon bietet mir die Stelle als Programmleiterin die Möglichkeit, stärker programmplanerisch-strategisch zu arbeiten, und bringt mir damit neue Entscheidungsspielräume und mehr Verantwortung.

A.B.: Was beinhaltet Ihre Arbeit bei KNAUR nun alles? Was hat sich der Leser darunter vorzustellen?

A.M.: Eine meiner wichtigsten Aufgaben – und das trifft jetzt nicht allein auf mich zu, sondern für jeden Lektor – besteht darin, neue Bücher/Autoren für unser Programm zu finden. Das heißt, ich sichte Manuskripte, prüfe englischsprachige Bücher, stehe im Kontakt mit bereits bei Knaur unter Vertrag stehenden Hausautoren. Die Bücher, die ich für unser Programm dann tatsächlich einkaufe, betreue ich bis zur Satzreife, was unter anderem Einzelaufgaben wie Titelfindung, das Verfassen von Vorschau-, Rückseiten- sowie Klappentexten, Überlegungen zur Covergestaltung etc. umfasst. Bei deutschen Autoren gehört selbstverständlich deren umfassende Betreuung und die gemeinsame Arbeit mit ihnen am Manuskript dazu.
Hinzu kommt die Planung des Programms, sprich die Festlegung der Wertigkeit der einzelnen Bücher sowie ihrer Abfolge innerhalb der Verlagsvorschau.
Und, und, und – das Tolle an diesem Beruf ist nicht zuletzt seine Vielseitigkeit!

A.B.: Findet das Gros Ihrer Arbeit mehr in den Räumlichkeiten des Verlages statt? Oder sind Sie auch auf Messen und in sonstigen Außenterminen eingebunden? Wenn ja, welche sind das?

A.M:: Meine Arbeit findet weit überwiegend im Verlag statt. Ein Besuch der Frankfurter Buchmesse ist für jeden Lektor Pflicht, hinzu können weitere Reisen wie zum Beispiel zur London Book Fair, zur Leipziger Buchmesse, zu Autorengesprächen oder -lesungen kommen, aber der Anteil an Außenterminen ist dennoch überschaubar.
Nicht zu unterschätzen ist allerdings der Teil der Lektorenarbeit, der zuhause stattfindet. Lesen, oder genauer: Prüfen von Manuskripten bzw. Büchern ist fester Bestandteil unseres Berufes und findet fast ausschließlich außerhalb der regulären Arbeitszeiten statt.

A.B.: Wie intensiv ist Ihr Austausch mit den Autoren? Darüber hinaus mit den Lesern und Rezensenten?

A.M.: Das ist – im Hinblick auf Autoren – sehr unterschiedlich. Einen Großteil unseres Programms machen Übersetzungen aus, dabei pflegt man oft nur lockeren Kontakt mit dem jeweiligen fremdsprachigen Autor. Bei deutschen Autoren sieht das ganz anders aus. Mit ihnen steht man oftmals von der ersten Storyidee an in Kontakt, gibt Anregungen, übt Kritik, macht Vorschläge. Wenn dann das Manuskript vorliegt, gibt man ein detailliertes Feedback, weist auf Schwächen hin, feilt mit dem jeweiligen Autor zusammen am Plot, an den Figuren, am Spannungsaufbau und an der Sprache. Das kann ein wirklich äußerst intensiver und sehr spannender Austausch sein.
Mit Lesern und Rezensenten steht man als Lektor eher selten in direktem Kontakt. Gelegentlich werden Leseranfragen, die zum Beispiel über das Online-Kontaktformular des Verlags eingehen, an den betreffenden Lektor weitergeleitet, die man dann natürlich beantwortet. Außerdem hat man bei Autorenlesungen oder auch am eigenen Messestand auf den großen Buchmessen hin und wieder die Gelegenheit, direkt mit Lesern ins Gespräch zu kommen.
Rezensenten wenden sich normalerweise nicht an das Lektorat, sondern in der Regel an unsere Presseabteilung.

A.B.: Wie wichtig ist Ihnen die Aufmachung der Titel? Gibt es auch Innenillustrationen?

A.M.: Das Cover ist neben dem Titel der entscheidende Auslöser, der einen Kunden bewegt, ein Buch in der Buchhandlung in die Hand zu nehmen – und dann möglicherweise zu kaufen (dies gilt vor allem im Hinblick auf neue Autoren, nicht so sehr für Bestsellerautoren, die der Leser/Fan eh kennt und deren neueste Werke er in jedem Fall kauft, unabhängig von der Covergestaltung). Insofern kann ein Verlag dem Cover gar nicht genug Aufmerksamkeit schenken! An der Entscheidung, wie das Buch letztlich aussieht, wirken daher (neben den Grafikern, die die Bildideen liefern) alle Abteilungen mit – Lektorat, Vertrieb, Marketing und Herstellung.
Innenillustrationen sind im Bereich der Unterhaltungsliteratur relativ selten. Was allerdings immer häufiger eingesetzt wird, um Bücher optisch aufzuwerten, sind kleinere dekorative Elemente, mit denen man zum Beispiel die Kapitelanfänge schmückt, oder auch farbig bedruckte oder sogar graphisch gestaltete Coverinnenseiten. Eine gute Entwicklung, wie ich finde, denn diese Gestaltungsoptionen lassen Bücher gleich deutlich wertiger aussehen.

A.B,: Welche Genres fließen in das Belletristikprogramm von KNAUR ein?

A.M.: Knaur (Hardcover und Taschenbuch) ist ein Vollprogramm, das heißt, es werden alle großen und am Markt gängigen Genre bedient: Spannung in all ihren Spielarten, heitere und gefühlvolle Unterhaltung, historische Romane sowie Fantasy oder auch Horror.

A.B.: Was können die Leser in Zukunft im Belletristikprogramm erwarten? Plaudern Sie doch bitte ein wenig aus dem Nähkästchen und machen uns „lesehungrig“!

A.M.: Gerade abgeschlossen ist die Planung des Herbstprogramms 2010, und da dürfen sich KNAUR-Leser auf echte Highlights freuen:

• Ein neuer Bestseller von Jonathan Tropper, SIEBEN VERDAMMT LANGE TAGE, wird das Programm eröffnen, ein Buch, bei dem die Leser/innen weinen werden – vor Lachen, vor Entzücken und vor Mitgefühl.
• Aber auch sonst dürfen Leser bei Knaur schwelgen: in einer großen, exotisch-sinnlichen Liebesgeschichte von Ana Veloso (DER INDIGOBLAUE SCHLEIER) in einem charmant-heiteren Roman unserer Neuentdeckung Lucy Clare (SEPTEMBERWÜNSCHE) und in Wohlfühllektüre mit dem gewissen Etwas, nämlich HERZKURVEN von Michelle Holman.
• Historische Unterhaltung vom Feinsten bietet DIE KETZERBRAUT, ein neuer Bestseller von Iny Lorenz
• Und für die vielen Fans von Spannung bietet dieses Programm gleich die gesamte Palette: Romantic Suspense von Großmeisterin Lisa Jackson, Thrillerspannung von Nancy Taylor Rosenberg, subtiler Psychogrusel von Sabine Kornbichler, einen Regionalkrimi der Extraklasse von Andreas Föhr, einen faszinierenden Mystery-Thriller vom deutschen Meister dieses Genres, Thomas Thiemeyer, sowie, ein Muss für alle Horror- und Vampirfans, einen Vampirthriller, JUDASTÖCHTER von Markus Heitz.
• Und last, but not least: Romantic- und Urban-Fantasy, die die Fans verschlingen werden, von Sharon Ashwood (HEXENLICHT und VAMPIRDÄMMERUNG) und Diana Pharaoh Francis (SHADOWBLADE: DUNKLE FESSELN).

A.B.: Gibt es ein neues Projekt, das Sie gerne bei KNAUR verwirklichen würden? Können die Leser durch Ihren Wechsel auf Besonderheiten innerhalb der Novitäten rechnen?

A.M:: Nach nicht einmal drei Wochen ist es noch ein wenig zu früh, um schon eigene Pläne für das Knaur Hardcover Programm vorstellen zu können. Lektorate arbeiten ja mit gewaltigen zeitlichen Vorläufen. Frühestens im Herbstprogramm 2011/12 werden die ersten von mir selbst eingekauften Projekte veröffentlicht werden können. Wenn die ersten „Herzensprojekte“ meinerseits eingekauft und eingeplant sind, berichte ich aber gerne darüber!

A.B.: Haben Autoren, die bisher noch nicht mit KNAUR zusammengearbeitet haben, eine Chance innerhalb Ihres Programms Aufnahme zu finden? Oder werden Sie bevorzugt mit einem festen Autorenstamm zusammenarbeiten?

A.M.: Jeder Verlag sucht immer nach neuen Autoren, man kann sich nie auf dem Erreichten ausruhen. Allerdings, da unsere etablierten Autoren weiterschreiben, ist die Zahl der Programmplätze, die für neue Autoren zur Verfügung steht, begrenzt, die Auswahl, die wir treffen, muss entsprechend streng sein. Nur wenn ein Lektor wirklich begeistert ist, wird er sich für einen neuen Autor/ein neues Projekt einsetzen.

A.B.. Und wer fällt letztlich die Entscheidung, über die Aufnahme neuer Titel/Autoren? Sie alleine? Oder ein Team?

A.M.: Die Entscheidung über die Aufnahme neuer Bücher/neuer Autoren fällt die Lektoratsrunde, die wöchentlich stattfindet. Jeder Lektor oder auch Programmleiter stellt neue Projekte in diesem Gremium vor, diese werden dann diskutiert, ihre Marktchancen bewertet – und letztlich wird dann gemeinsam entschieden, ob der Verlag ein Angebot machen will oder nicht.

A.B.: Was macht für Sie ein gutes Manuskipt/Buch aus?

A.M.: Das ist pauschal gar nicht zu beantworten. Qualitätskriterien sind genrebezogen und damit sehr unterschiedlich: Ein Thriller muss in erster Linie genügend Spannung haben, eine große Liebesgeschichte muss ihre Leser zum Schwelgen bringen, ein historischer Roman das Flair einer anderen Zeit vermitteln und so weiter. Aber jenseits dessen, was für einen Roman des jeweiligen Genres essentiell und zwingend notwendig ist, muss ein gutes Manuskript/Buch auch immer einen neuen Dreh, eine originelle Idee, das (in der Sprache des Marketings) „Alleinstellungsmerkmal“ haben, das es aus der Masse heraushebt.

A.B.: Wie „mutig“ ist der Verlag auch im Verlegen von Ausnahmeautoren, die zwar qualitativ hochwertig schreiben, aber vielleicht durch ihren Stil, eher die Perlen wären, aber nicht unbedingt die derzeitigen Massenrichtungen bedienen?

A.M.: Publikumsverlage versuchen regelmäßig, auch Autoren durchzubringen, deren Werke nicht nur ein bestimmtes Genre bedienen, sondern die etwas Eigenes schaffen, also unter Umständen sogar trendbildend sein könnten (im Gegensatz zu den Büchern, die einen aktuellen Trend bedienen). Doch ist die Zahl der Programmplätze, die für solche „Experimente“ zur Verfügung steht, zwangsläufig beschränkt, schließlich müssen etablierte Autoren weiter gepflegt und natürlich auch Erträge erwirtschaftet werden.

A.B.: In jüngster Zeit werden Crossover-Projekte immer gefragter, wo eine nicht so starke Genre-Abgrenzung bzw. eine gewollte Überschneidung angestrebt wird. Eine sehr reizvolle Entwicklung, wie ich finde, da sie neue Möglichkeiten eröffnet. Gerade in der Bellestristik ist das ja möglich. Wie stehen Sie zu dem Thema?

A.M.: Diese Entwicklung ist auch für Lektoren extrem reizvoll! Auf einmal ist der Markt offen für kühne Mischungen aus allem möglichen, Projekte, die man vor einigen Jahren noch als unverkäuflich hätte ablehnen müssen, selbst wenn sie einem persönlich gut gefallen hätten, werden plötzlich marktgerecht. Das heißt nicht, dass zum Beispiel eine klassische, episch erzählte Familiensaga nicht nach wie vor eine große Leserschar finden kann – aber es bedeutet, dass eine solche Familiensaga nun auch ein starkes übernatürliches Element enthalten könnte.

A.B.: Was man bei den Großverlagen immer mehr vermisst, sind schöne (optisch mit ansprechenden Innenillustrationen versehene) Anthologien (eventuell in Richtung Sammlerausgaben). Ist es geplant künftig Kurzgeschichtensammlungen in das Programm aufzunehmen? Denn gerade in diesen bietet sich den Lesern ja u.a. die Möglichkeit, für sie unbekannte Autoren „anzutesten“ und auch Lesekost für Zwischendurch zu erhalten. Gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit ist das ja ein wichtiger Aspekt.

A.M.: Anthologien sind (leider) im deutschsprachigen Raum äußerst schwer verkäuflich, die Short Story hat hier einfach keine so starke Tradition wie zum Beispiel in den USA. Sammlerausgaben dagegen, wo der Akzent in mindestens gleichem Maße auf dem Text wie auf der Gestaltung liegt, haben durchaus ihre Käufer. Knaur hat mit DIE RÜCKKEHR DER ENGEL im Herbstprogramm 2010 etwas besonders Schönes in dieser Richtung zu bieten: Bilder von Friedrich Hechelmann in Kombination mit Texten von Muriel Simon.

A.B.: Was liest die private Andrea Müller? Haben Sie ein bestimmtes Genre, dem Sie sich verbunden fühlen, oder lesen Sie querbeet? Wer zählt zu Ihren bevorzugten Autoren?

A.M.: Das ist eines der wenigen Haare in der „Lektoren-Suppe“: Wirklich privat liest man als Lektorin nur noch äußerst selten, selbst Urlaubslektüren sind bis zu einem gewissen Grad immer auch „Konkurrenzbeobachtung“ und „Marktforschung“, schließlich muss man als Lektor wissen, was die Konkurrenzverlage gerade publizieren und was den Lesern, die man zu erreichen sucht, aktuell gefällt.
Aber unabhängig davon lese ich absolut querbeet mit einer leichten Vorliebe für Psychothriller.

A.B.: Was ist Ihnen als Mensch wichtig? Auch im Umgang mit anderen Menschen.

A.M.: Als Privatperson: Humor, Großzügigkeit, Spaß am Genuss.

Als Lektorin: Leidenschaft für die Sache und Sachlichkeit in ihrer Ausführung.

A.B.: Vielen Dank, für das geduldige Beantworten aller Fragen. Und auf weitere gute Zusammenarbeit.


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