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Vom „Shootingstar“ zum „Psycho“! Zum 100. Geburtstag von Robert Bloch.

Vom „Shootingstar“ zum „Psycho“!  Zum 100. Geburtstag von Robert Bloch. Vom „Shootingstar“ zum „Psycho“! Zum 100. Geburtstag von Robert Bloch.
„Ich besitze das Herz eines kleinen Jungen - Ich bewahre es in einem Glas auf meinem Schreibtisch auf.“

Sein Name ist nicht so bekannt wie der von Stephen King und doch gibt es wohl keinen in Sachen Phantastik Interessierten, der nicht schon einmal mit einem Werk von Robert Bloch in Berührung gekommen wäre. Entweder, weil er eine seiner zahlreichen Kurzgeschichten gelesen hat, vielleicht gar einen Roman von ihm, oder einfach weil er mal im Fernsehen eine alte Folge von STAR TREK, hierzulande, besser bekannt als RAUMSCHIFF ENTERPRISE gesehen hat.
Und damit meine ich das Original mit Captain Kirk, Pille und Mr. Spock. Die Drehbücher zu „Das Spukschloss im Weltall“, „Der Wolf im Schafspelz“ und „Der alte Traum“ stammen aus seiner Feder und verraten schon, dass Bloch sich mehr zur düsteren Seite der Phantastik hingezogen fühlte. Die utopische Science-Fiction lag ihm weniger am Herzen.
Den meisten Menschen ist Robert Bloch aber in einem ganz anderen Kontext untergekommen und sein Einfluss wird von einem weiteren großen Namen bis heute regelrecht überschattet: Alfred Hitchcock. Der drehte 1960 mit „Psycho“ einen Meilenstein des Thrillers, der bis heute unerreicht blieb. Selbst das farbenfrohe Remake vermochte weder an den Erfolg anzuknüpfen, noch den Autor der breiten Öffentlichkeit bekannter zu machen.
Würde man heute in irgendeiner deutschen Stadt eine Befragung durchführen, würden vermutlich alle, selbst jene, die des Lesens nicht mächtig sind oder sich dieser Befähigung strikt verweigern, die Namen Stephen King und Edgar Allan Poe kennen.
Wer mit dem Namen Robert Bloch etwas anfangen kann, dürfte da schon eher zu den Nerds oder Literaten gehören. Aber selbst H. P. Lovecraft ist weit weniger bekannt, als man gemeinhin annimmt.
Robert Blochs Faszination für die düstere Phantastik begann bereits im zarten Alter von acht Jahren, als ihn der Stummfilm „The Phantom of the Opera“ um den Schlaf brachte. Gut zwei Jahre später kaufte ihm seine Tante Lil die erste Ausgabe der legendären WEIRD TALES, eines Pulp-Magazins mit fantastischen Geschichten und farbigen Covern, auf denen nicht selten halbnackte Schönheiten in Bedrängnis zu sehen sind. Diese Art der Magazine waren in Amerika ungefähr das, was hierzulande die Heftromane darstellten.
Robert Albert Bloch wurde am 5. April 1917 als erster Sohn eines jüdischen Bankkassierers in Chicago geboren und sein größter Wunsch war es damals Schauspieler zu werden. Zunächst aber verfiel er den Geschichten in den WEIRD TALES. Noch im selben Jahr, nachdem ihm Tante Lil im August 1927 jene denkwürdige Ausgabe an einem Bahnhofskiosk erwarb, las er seine erste Story von einem Schriftsteller mit dem klangvollen Namen Howard Phillips Lovecraft.
Shootingstar<br>
Shootingstar

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„Pickmans Modell“ hieß die Geschichte und seitdem war der kleine Robert mit dem Horror-Fieber infiziert. Mit fünfzehn Jahren, also im Jahr 1932, schrieb er H. P. Lovecraft einen Brief, den dieser ernst und gewissenhaft beantwortete. Damit begann eine (Brief-)Freundschaft, die Robert dazu animierte 1934 selber mit dem Schreiben zu beginnen.
Seine erste gedruckte Story trägt den Titel „Lilies“ und erschien zunächst in einem Fan-Zine. Die erste professionelle Veröffentlichung folgte kein Jahr später mit „The Secret in the Tomb“. Und gerade diesen frühen Werken war Lovecrafts Einfluss, vor allem der seiner Cthulhu-Geschichten, deutlich anzumerken. Erst in den 1940er Jahren erweiterte Bloch sein Portfolio um Science-Fiction und Krimis.
Leben konnte er davon freilich noch nicht und da er 1940 heiratete, musste er seine Familie unter anderem als Werbetexter ernähren, was ihn jedoch nicht daran hinderte fleißig weiterzuschreiben. Bis heute gilt seine 1943 veröffentlichte Kurzgeschichte „Yours Truly,Jack the Ripper“ („Ihr ergebener, Jack the Ripper“) als wohl bedeutsamstes Werk seiner gesamten Karriere.
Und das will was heißen.
Denn immerhin sprechen wir hier über den Mann, der im Jahr 1959 den Roman „Psycho“ schrieb, der den Regisseur Alfred Hitchcock derart faszinierte, dass dieser beschloss, einen Film daraus zu machen. Der Rest ist Geschichte.
Im Jahr 1953 hat Robert Bloch seinen Job an den Nagel gehängt und sich als freier Schriftsteller rasch einen Namen gemacht. Zunächst über Kriminalromane wie „The Kidnapper“ (1954) oder „Shootingstar“ (1958).
Über seine zahllosen Kurzgeschichten und Romane (die alle einen gefälligen Umfang von weniger als dreihundert Seiten besitzen) hinaus, war er auch ein umtriebiger Drehbuchautor für Film und Fernsehen. Nicht nur für die oben genannte Mutter aller Science-Fiction-Serien. Unter anderem schrieb er eifrig für die TV-Serie ALFRED HITCHCOCK PRESENTS.
In Sachen Horror gibt es wohl keine klassische Gruselgestalt, die er nicht in mindestens einer Story verwurstet hat. Seinem Idol H. P. Lovecraft widmete er gar einen eigenen Roman. Den 1978 erstmals veröffentlichten „Strange Eons“, der hierzulande unter dem Titel „Cthulhus Rückkehr 2003 im Festa Verlag als schmuckes Hardcover herauskam.
Bloch hat gerne mit Tabus gebrochen und war nicht gerade zimperlich in seinen Werken. Ironischerweise soll er der zunehmenden Gewalt im zeitgenössischen Film eher skeptisch gegenüber gestanden haben. „Was soll nur aus den Leuten werden, die glauben, ‚die Nacht der lebenden Toten‘ wäre noch nicht genug?“
Robert Bloch starb am 23. September 1994 an Krebs.
Er hinterließ ein umfangreiches, in jeder Hinsicht fantastisches Werk, sowie eine Lücke in der Horror- und Spannungs-Literatur.


04. Apr. 2017 - Florian Hilleberg
Genre: Essay

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